Ausweg aus der Gewaltspirale

Wir arbeiten mit Männer und Frauen, die Gewalt in einer bestehenden oder bestandenen partnerschaftlichen Beziehung ausgeübt haben, ausüben oder befürchten dies zu tun. Unter häuslicher Gewalt verstehen wir körperliche, sexualisierte, seelische, ökonomische und emotionale Gewalt..

ESCAPE ist ein gewaltzentriertes und konfrontatives Unterstützungs- und Beratungsangebot zur Verhaltensänderung und zur Verantwortungsübernahme von Tätern und Täterinnen. Täterberatung soll Tätern die Möglichkeit geben, aus ihrer individuellen Gewaltspirale auszubrechen und neue Handlungsalternativen zu erlernen.

Die Arbeit beinhaltet u.a. die Auseinandersetzung mit psychischer Gewalt, physischer Gewalt, sexualisierter Gewalt, sozialer, emotionaler und ökonomischer Gewalt sowie Stalking.

 

Ziel

Täterberatung soll Tätern die Möglichkeit geben, aus ihrer individuellen Gewaltspirale auszubrechen und auf Grund neu zu erlernender Handlungsalternativen, ein in der Gesellschaft und vor allem im sozialen Nahraum getragenes Leben zu führen. Grundlage ist der gesellschaftliche Wert, dass Gewalt kein probates Mittel der Konfliktbewältigung ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um psychische, physische, ökonomische oder sexuelle Gewalt handelt und ob die Opfer Frauen, Männer oder Kinder sind.
 

Für wen

Das Beratungsangebot richtet sich an Personen ab 18 Jahren
  • mit eigener Motivation
  • auf Empfehlung und Vermittlung durch Beratungsstellen, Ärzte / Ärztinnen, Therapeuten / Therapeutinnen
  • durch institutionelle Zuweisungen im Rahmen einer Auflage (Gericht, Staatsanwaltschaft, Jugendamt…)

 

Beratungsablauf

Kontaktaufnahme

  • Sie melden sich telefonisch oder per E-Mail bei uns und vereinbaren einen Termin für ein Informationsgespräch; wenn Sie uns nicht erreichen, hinterlassen Sie bitte Ihre Telefonnummer, so dass wir Sie zurückrufen können

Informationsgespräch

  • Zu dem Informationsgespräch (auch anonym möglich) informieren wir Sie über unsere Arbeit, unsere Haltung und die Rahmenbedingungen, die wir mit der Beratung verknüpfen. Sie bekommen die Möglichkeit, über Ihre Situation zu sprechen und Ihre Motivation darzulegen. Zum Ende des Informationsgespräches entscheiden Sie als auch wir, ob ein Beratungsprozess zustande kommt.

Abschluss eines Beratungsvertrages / Schweigepflichtsentbindung

  • Wenn Sie und wir uns für einen Beratungsprozess entschieden haben, schließen wir mit Ihnen einen Beratungsvertrag ab. Dieser Beratungsvertrag beinhaltet als Bedingung, dass Sie uns von der Schweigepflicht gegenüber Ihrer Partnerin / Ihres Partners entbinden und gegebenenfalls auch gegenüber der zuweisenden Stelle (Staatsanwaltschaft, Gericht, Jugendamt…). Mit diesem Beratungsvertrag wird die Anonymität aufgehoben.
  • Im Beratungsvertrag werden Ziele formuliert
  • Mit dem Abschluss des Beratungsvertrages verpflichten Sie sich, keine Gewalt auszuüben
  • Die Beratung ist kostenpflichtig und richtet sich nach Ihrem Einkommen.

Beratungsprozess

  • Die Beratung erfolgt in Einzel- oder Gruppenarbeit. Über die geeignete Form entscheiden wir nach Abschluss des Informationsgespräches. Hier besteht keine grundsätzliche Wahlmöglichkeit für Sie.
  • Der Beratungsprozess beinhaltet im Einzel wie auch in der Gruppe 26 Sitzungen, die sich über eine Zeit von ca. 9 Monaten erstrecken
  • Folgende Themen stellen u.a. Schwerpunkte der Gruppen- als auch Einzelberatung dar :
  • Definition Gewalt und Gewaltformen
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Gewalttat - Tatrekonstruktion
  • Gewaltkreislauf
  • Verantwortung für das eigene Handeln
  • Erarbeiten von Notfallplänen
  • Rollenbilder / Geschlechterrollen
  • Gewalt in der eigenen Lebensgeschichte
  • Kommunikationstechniken
  • Vorstellung von Partnerschaft
  • Gewaltfreie Konfliktlösungsstrategien

 

Das oberste Ziel ist Gewaltfreiheit.

NIE WIEDER GEWALT – SIE HABEN ES IN DER HAND.